Digitale Revolution: Was bedeutet sie für unsere Beziehungen und Gesellschaft?

Junge Frau auf Sofa wird durch viele elektronische Geräte belastet

Die digitale Revolution hält schon seit längerem Einzug. Doch was bedeutet das für unsere Beziehungen und Gesellschaft? Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Menschen? Und wie wichtig ist ein «Digital Detox», um die Psyche zu schützen? Diesen und anderen Fragen gehen wir in diesem Artikel nach.

Wie die digitale Revolution unsere Beziehungen und Gesellschaft beeinflusst

Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Menschen sind vielfältig: Die Art und Weise, wie wir arbeiten, kommunizieren und leben, hat sich verändert. Durch die Digitalisierung sind wir ständig vernetzt und können jederzeit mit anderen in Kontakt treten.

Das hat einerseits Vorteile wie:

  • eine höhere Flexibilität bei der Arbeit und Arbeitszeitgestaltung
  • die Möglichkeit von Homeoffice und anderer ortsunabhängiger Telearbeit (= Remote Work)
  • vereinfachter Zugang zu Online-Studiengängen und -Weiterbildungen und somit niedrigere Weiterbildungskosten, was Fahr- und Aufenthaltsspesen betrifft
  • weltweite Verfügbarkeit des gesamten menschlichen Wissens
  • eine grössere Autonomie im eigenen Handeln und Zeitgewinn, z. B. Einkäufe online erledigen oder dem Roboter das Rasenmähen und Staubsaugen überlassen – das sogenannte Internet of Things (= Internet der Dinge)

Andererseits birgt die Digitalisierung auch einige Herausforderungen und Nachteile, wie:

  • das Fehlen sozialer Interaktionen mit Kollegen vor Ort (Vereinsamung)
  • Schwierigkeiten in der Kommunikation aufgrund fehlender nonverbaler Signale
  • ein erhöhtes Risiko für Überarbeitung durch mangelnde Abgrenzung zwischen Arbeit und Freizeit
  • negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit: Schlafstörungen, Informationsüberlastung, digitale Sucht, soziale Isolation, Depressionen und Angstzustände
  • negative Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit: Bewegungsmangel, Fehlhaltungen, Übergewicht, Herzkrankheiten, Augenprobleme, Kopfschmerzen, Kurzsichtigkeit

Die permanente Erreichbarkeit kann zu erhöhtem Stress führen und das Gefühl vermitteln, nie wirklich abschalten oder zur Ruhe kommen zu können. Bei jungen Menschen stellt sich zudem der sogenannte FOMO-Effekt ein. FOMO ist ein Akronym für «Fear of Missing out», zu Deutsch: «die Angst, etwas zu verpassen». Dieser Effekt führt dazu, dass sich die Bildschirmzeit ins Unermessliche steigert, weil man nichts verpassen und stets auf dem Laufenden bleiben will. Auch die Verbindlichkeit sinkt aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten, sodass es im letzten Augenblick zu Absagen kommt.

Onlinedating und Beziehungspflege

Unsere Beziehungen und Beziehungspflege haben sich durch die digitale Revolution ebenfalls stark verändert: Wir erreichen einander überall und zu jeder Zeit – ob über soziale Netzwerke oder Dating-Apps. Diese Kommunikationsmöglichkeiten bieten uns zwar schnelle und einfache Kontakte über Text- und Sprachnachrichten, über die Videotelefonie via Zoom oder über die VoIP-Telefonie. Doch sie bergen auch Risiken wie Cybermobbing und Hatespeech oder eine Abhängigkeit von Likes und Kommentaren, was sich negativ auf den eigenen Selbstwert auswirkt.

Überdies gibt es immer mehr Menschen, die ihre Partner online kennenlernen. Auch hier stellt sich die Frage nach den Auswirkungen auf die Menschen: Können langfristige Beziehungen entstehen? Oder ist der Onlinekontakt eher oberflächlich? Führt die schiere Auswahl an potenziellen Partnern gar zur Überforderung und letztlich doch zum Alleinsein, weil immer noch jemand Besseres auf einen warten könnte?

Um einen guten Umgang zu finden, ist eine bewusste Bildschirmzeit wichtig. Dazu können diese Fragen helfen:

  • Wie viel Zeit investiere ich maximal ins Chatten mit Freunden, wie viel ins Flirten auf Onlinedating-Portalen?
  • Ab welchem Zeitpunkt treffe ich Menschen persönlich?
  • Habe ich auch bildschirmfreie Zeit, z. B. zwischen 20 Uhr abends und 8 Uhr morgens sowie an den Wochenenden?
  • Brauche ich die Push-Nachrichten wirklich oder kann ich sie abstellen?
Lachender Mann mit Smartphone zuhause

«Digital Detox» als Schutz für Psyche

Angesichts all dieser Veränderungen wird ein «Digital Detox» immer wichtiger. Dabei geht es darum, bewusst Pausen vom digitalen Leben einzulegen – sei es durch einen Spaziergang im Wald ohne Smartphone oder einen Tag ganz ohne Internetnutzung. Ein solcher «Entzug» kann helfen, wieder ins Hier und Jetzt zurückzufinden sowie stressbedingte Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schlafprobleme zu lindern. Zudem fördert er echte zwischenmenschliche Interaktionen abseits des virtuellen Raums.

Es gibt dazu nützliche Apps fürs Smartphone, mit denen sich ein Digital Detox regelmässig in den Alltag integrieren lässt. Hier sind einige beliebte Optionen:

Offtime

Diese App ermöglicht es Benutzern, bestimmte Apps für einen bestimmten Zeitraum zu blockieren und Benachrichtigungen zu deaktivieren.

Forest

Diese App motiviert Benutzer, sich auf ihre Aufgaben zu konzentrieren, indem sie einen virtuellen Baum wachsen lässt. Wenn der Benutzer das Telefon während der festgelegten Zeit benutzt, welkt der Baum.

Moment

Moment trackt die Zeit, die Benutzer auf ihren Telefonen verbringen, und gibt Einblicke in ihre Smartphone-Gewohnheiten. Die App ermöglicht es Benutzern auch, tägliche Zeitlimits für die Smartphone-Nutzung festzulegen.

Flipd

Diese App deaktiviert vorübergehend bestimmte Apps und Funktionen des Telefons, um Benutzern bei der Konzentration auf ihre Aufgaben zu helfen.

Freedom

Freedom blockiert den Zugriff auf bestimmte Websites und Apps für einen bestimmten Zeitraum, um Ablenkungen zu minimieren.

Es ist wichtig anzumerken, dass Digital Detox nicht nur durch Apps erreicht werden kann. Es erfordert auch Disziplin und die Schaffung von gesunden Gewohnheiten im Umgang mit dem Smartphone.

Junge Frau telefoniert auf Sofa mit Laptop und Smartphone

Fazit: Ausgleich notwendig

Die digitale Revolution hat einen tiefgreifenden Einfluss auf unsere Beziehungen und die Gesellschaft insgesamt. Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Menschen sind enorm: Das kann einerseits zu einer stärkeren globalen Vernetzung und kulturellen Vielfalt führen, andererseits aber auch zu einer Entfremdung und Einsamkeit.

Es ist wichtig, die Auswirkungen der Digitalisierung auf Menschen und Gesellschaft genau zu betrachten und bewusst mit den Veränderungen umzugehen: Eine bewusste bildschirmfreie Zeit, Spaziergänge in der Natur oder Hobbys wie Töpfern, Malen oder Sport sorgen für den nötigen Ausgleich. Nur so können wir die Chancen nutzen und gleichzeitig die negativen Folgen minimieren.

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